Mein Bild von dir
Bevor die Schwermut nach mir greift,
flüchte ich mich in Betriebsamkeit.
Alles steht still um mich herum.
Ich sorge – aktionistisch- für Veränderung.
Ein Bilderrahmen, eingestaubt und ehemals weiß,
beherbergt einen Augenblick, der längst vergangen.
Vergessen ist noch nicht der Mensch, der stimmungsvoll da eingefangen.
Längst war der Mensch nicht mehr bereit, sich meinem Rahmen anzupassen,
der Augenblick vorbei, längst losgelassen.
Ich will mich daran nicht erinnern!
Den Rahmen drumherum – den wird`s nicht kümmern.
Ihm ist’s egal, wer in ihm ruht und archiviert,
ein ganzer Lebensabschnitt konserviert
und mittlerweile lang, lang her…
Den Menschen auf dem NEUEN Bild gibt’s so längst auch nicht mehr.
Ich drehte mich nicht um auf meinem Weg,
ob dieser Mensch sich mit mir mit und auf mich zu bewegt.
Dabei verloren wir uns aus den Augen,
und ich ging weiter mit dem Blick nach vorn, ohne zu schauen.
Was zählt, ist die Bewegung für´s „Lebendig sein“.
Ab einem unbemerkten Punkt geht jeder seinen Weg allein.
So tausche ich Vergessen gegen Micherinnern-
Als könnt ich diesen Menschen, der mir weh getan,
so wie sein Bild, verbannen, aus meinem Lebenslauf fortwehen,
und dafür einen Menschen, dem ich weh getan,
mal so dazu verdammen, von einer Wand und hinter Glas
auf mich herabzusehen.
Ein Foto kann sich wohl nicht wehren
gegen das Betrachtet-werden.
Ich schaue um mich, während ich so renne,
und sehe Menschen, die ich nicht mehr kenne
und die nicht mehr erkennen, wer ich bin.
Papier ist duldsam, Menschen nicht.
Sie fordern und ertragen es dennoch nicht,
dass Wahrheiten verschieden sind,
besonders die von Mutter und dem Kind.
Ein Foto nur aus Teenie-Zeiten wird mich nun jahrelang begleiten.
Mein Kind, das längst erwachsen ist
und immerzu die Zeit vermisst,
als Mütter wichtig waren zum „Kindheit haben“.
Ach, könnt man`s doch ins Heute übertragen!
Die Zeit steht still und nichts wird mehr gemessen.
Werd mich erinnern – und dich nicht vergessen.
vor allem die Natur, ihr Wandel in den Jahreszeiten und auch die Veränderung, das Werden und Vergehen. Zu den Schnappschüssen bitte hier klicken.
Paul Brunton half im genau richtigen Moment, den spirituellen Raum in mir zu entdecken.
Eckhart Tolle nimmt mich an die Hand und führt mich in die entlegendsten Ecken und Winkel dieses Raumes, hat mir eine Lampe in die Hand gedrückt, damit ich gut sehen kann und mich nicht mehr vor den Schatten fürchte, die mein EGO wirft.
Hin und wieder wage ich auch eine öffentliche Buchrezension.
Sebastian 23 und Julia Engelmann bewundere ich für die Fähigkeit, ihr Seelenchaos in Worten und Rhythmen zu kanalisieren, die mein Innerstes zum Schwingen bringen.
Die Schriften von Swami Chidvilasananda (Gurumayi) sind ein Schatz, der so leicht zu heben ist und so tiefgründige, praktische Weisheiten offenbart, die ich schon immer wusste, aber nie in Worte fassen konnte... Das Leben ist leicht!
Als Kind oder Teenie dachte ich nicht darüber nach, ob ich etwas gut oder schlecht kann. Ich machte es einfach, weil es mir Spaß bereitete. Dazu gehört auch das Singen. Es geriet in Vergessenheit über die Jahre des Lernens, Studierens, Mutter und Ehefrau zu sein, ging verschütt in den Jahren des Kämpfens mit den Umständen, mit sich selbst, mit der permanenten Überforderung durch die Lebensumstände.
Nun steht die Gitarre wieder in Reichweite. Sie wanderte sogar mit aus nach Paraguay. Sich Zeit zu nehmen für zaghafte Fingerübungen - das war ein neuer Beginn. Ich bin inzwischen "ALT", was meine Stimmlage betrifft, und die Themen, die meine Liedauswahl beeinflussen, haben sich natürlich auch verändert. Das Singen ist ein Sich-Wieder-Mit-Mir-Vertraut-Machen durch die Hintertür. Ich mache es inzwischen wieder, weil ich es brauche und verspüre den Impuls, andere Menschen teilhaben zu lassen.
Ein neuer Zeitvertreib, der mich auf andere Gedanken bringt, ist das Übersetzen englischer Texte in singbares Deutsch. Hm, gar nicht so einfach, denn wo englische Sprache es herrlich poetisch auf den Punkt bringt in zwei Worten, labert der Deutsche sich in die Verkopfung oder Verkitschung, und dann genügt die Melodiezeile nicht mehr für das, was einfach gesagt werden muss...